Fokusthemen von IKP-HL

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IKP-HL und seine klinischen und technologischen Campus-Partner adressieren ein breites Spektrum medizintechnischer Innovationsfelder. Gleichwohl lassen sich einige zentrale Fokusthemen identifizieren, die im besonderen Zusammenarbeitsinteresse für die Industrie-in-Klinik-Plattform Lübeck liegen und durch die Kompetenzen und Leistungen der Kliniken und Dienstleistungspartner hervorragend abgedeckt sind.

Intelligente Geräte - Qualitätsverbesserung durch Assist-Systeme

In vielen klinischen Behandlungssituationen ist es sinnvoll, dass dem behandelnden Arzt Handlungsempfehlungen zur Verfügung stehen, insbesondere wenn wiederkehrende medizinische Behandlungsziele eine Vergleichbarkeit der Behandlungspfade ermöglichen, etwa beim „Weaning“ in der Intensivmedizin. Aus diesem Grund haben sich Leitlinien sowie Checklisten und Protokolle entwickelt, die in bestimmten Therapiesituationen angewendet werden.

Eine systematische Anwendung von derartigen Checklisten und Protokollen wird durch eine teilautomatisierte Führung des Nutzers mit Hilfe medizintechnischer Therapiegeräte unterstützt. Dies trägt zur höheren Standardisierung von Behandlungsabläufen bei, insbesondere bei wenig erfahrenem Personal. Zusammenarbeitsziel ist, solche Assist-Systeme für medizinische Therapiegeräte zu entwickeln und zu erproben

Intelligente Geräte - Funktionale Optimierung

Methoden und Produkte werden immer komplexer und ihre Bedienung für die Anwender komplizierter. Die Optimierung von sicher und intuitiv bedienbaren Geräten  unter anderem im Rahmen bildgeführter Interventionen wird von den Kliniken als großes Themenfeld für die Zusammenarbeit erachtet. Multifunktionalität, Modularität, Systemlösungen, Robotikunterstützung, Miniaturisierung bis hin zu optimierten Ergonomien und integrierten Arbeitsplätzen sind hier thematisiert.

Ebenfalls zukunftsträchtig in diesem Zusammenhang ist die Biologisierung und/oder Strukturierung/Beschichtung von Implantat- und Instrumenten-Oberflächen sowie Medizinprodukt-Arzneimittel-Kombinationen samt neuer Applikations-/ Implantationstechnologien.

Intelligente Geräte - Integration zu theragnostischen Systemen

Vor allem für den gesamten Bereich der bildgeführten minimal-invasiven Therapien ist eine breite Optimierung möglich. Diagnose- und darauf aufbauende Planungsmethoden können so eingesetzt werden, dass die Planung des Eingriffs sowie auch oftmals der Eingriff an sich, erleichtert wird. Die Effektivität und Effizienz solcher Methoden wäre quantitativ zu erfassen.

Es ist das Zusammenarbeitsziel, Lösungen zu schaffen, deren Wirkung durch quantitativ gemessene Daten im Rahmen klinischer Erprobungen nachgewiesen wird. Die Verknüpfung verschiedener technischer Systeme mit Informationen z.B. zu genutzten Implantaten und Instrumenten wird angestrebt.

Fokusthemen von IKP-HL

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Datenanalyse und Prozessoptimierung („Clinical Big Data“)

Das Ziel der Zusammenarbeit von Herstellern und Kliniken via IKP-HL ist die Optimierung von Prozessen in der Versorgung durch die Verbesserung bestehender Prozesse unter Anwendung neuer Werkzeuge zur patientenbezogenen Datenanalyse. Schon heute werden auf der Seite der Leistungserbringer Prozeduren und Behandlungen in ihren einzelnen Teilschritten quantitativ erfasst, im Falle der Radiologie etwa angefangen mit der Dokumentation der Patientenuntersuchung über die Datenaufnahmemethoden bis hin zur Datenverarbeitung und -archivierung. Diese Einzeldaten müssen aber gezielt zusammengeführt und mit einer geeigneten Methodik analysiert und zu einem übergeordneten Kontext in Beziehung gesetzt werden. Das Ziel liegt in der Minimierung oder Eliminierung zeit- bzw. kostenintensiver Teilschritte und/oder deren  Optimierung durch effizientere Maßnahmen.

Konkret werden Zusammenarbeitsprojekte abzielen auf eine Analyse der routinemäßig im Rahmen der Behandlung aufgenommenen Daten in Verbindung mit Daten über und aus den eingesetzten medizintechnischen Systemen (z.B. Bildgebung, Anästhesie, verwendete Materialien). Darüber hinaus werden mit klinischen Nutzern Methoden für die elektronische Prozedurdokumentation entwickelt, um zusätzliche Information zu generieren, den Ablauf von klinischen Prozeduren (u.a. auch für Qualitätskontrollen) darzustellen und diese basierend auf der strukturierten Analyse effizienter zu gestalten. Der Zusammenhang zu den Fokusbereichen rund um intelligente Geräte ist evident.

Vernetzung medizinischer Systeme

Im Kontext der Weiterentwicklung intelligenter Geräte spielt die dynamische („Plug&Play“-) Vernetzung von Geräten und mit KIS-Systemen sowie telemedizinischen Anwendungen eine zentrale Rolle. IKP-HL unterstützt die Hersteller und Kliniken bei der Realisierung und Erprobung dynamischer Vernetzungsszenarien auf Basis einer von der UKSH-IT als Betreiber des Klinik-IT-Netzes eingesetzten Middleware samt Testsuite und Integration in die Standardisierung von Geräte- und IHE-Profilen.

Im Zentrum der Aktivitäten von IKP-HL werden dabei stehen die Bereitstellung und Pflege einer qualitätsgesichert entwickelten und damit in Medizingeräten verbaubaren Kommunikationssoftware sowie Beratungs- und Entwicklungsdienstleistungen für den Einbau in konkrete Geräte. Medizingerätehersteller und Klinikbetreiber können weiterhin die auf der Plattform angebotene Testsuite nutzen, um eigenentwickelte Lösungen auf Standardkonformität zu testen.

Non-invasive Diagnostik

Diagnostische Verfahren spielen in der modernen Humanmedizin eine zunehmend entscheidende Rolle bei der Erkennung schwerwiegender Erkrankungen und bei Therapieverlaufskontrollen, speziell in der Onko-Diagnostik. Die nicht-invasive Diagnostik bedient sich neben bildgebender Verfahren vor allem des Nachweises krankheits-spezifischer Marker in Blut bzw. Serum, Urin, Speichel und oberflächlich erreichbaren Gewebesegmenten wie der Haut. Hier sind vor allem Antikörper, Antigene/Proteine und Nukleinsäuren (DNA, RNA) im Fokus zukunftsweisender neuer diagnostischer Verfahren. Neue Testsysteme und die Automatisierung der autoimmunologischen und immunhistopathologischen Diagnostik samt softwaregestützter Mustererkennung stehen im Fokus von Zusammenarbeitsprojekten.